Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen
RSSPrint

Aktuell Umzug in die Turrell-Kapelle auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof

Wir ziehen um – ziehen Sie mit!

Ab Februar 2020 finden unsere Gottesdienste in der berühmten Turrell-Kapelle auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in der Chausseestraße 126, 10115 Berlin, statt. Unsere Gottesdienste beginnen um 10 Uhr.

Aus der Stadtmitte, der Gegend rund um den Gendarmenmarkt, der Leipziger Straße und auch der südlichen Friedrichstadt fahren Sie am besten direkt mit der U6 Richtung Alt-Tegel bis Oranienburger Tor oder Naturkundemuseum (beide mit Fahrstuhl). Wenn Sie Oranien­burger Tor aussteigen, gehen Sie ein paar Schritte in Fahrtrichtung weiter, von Naturkundemuseum entsprechend ein paar Schritte zurück, und schon stehen Sie vor dem Eingang zum Friedhof – direkt neben dem Brecht-Haus. Wer aus der Gegend Am Kupfer­graben oder Bahnhof Friedrichstraße kommt, kann auch die Straßenbahn nehmen: mit der M1 ebenfalls bis Oranienburger Tor oder mit der 12 bis Naturkundemuseum.

Direkt neben der Kapelle ist das idyllische Café Ca’Doro, so dass wir dort direkt nach dem Gottesdienst eine Tasse Kaffee trinken können. 

Für den Umbau der Französischen Friedrichstadtkirche sind anderthalb Jahre veranschlagt. Sie sind notwendig, um die Kirche barrierefrei zugänglich zu machen.

Evangelische Gottesdienste auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof   
Ab Februar feiert die Evangelische Kirchengemeinde in der Friedrichstadt ihre Gottesdienste auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof, in der vom Lichtkünstler James Turrell neugestalteten Kapelle, jeden Sonntag um 10 Uhr, Chausseestraße 126, neben dem Brecht-Haus. Der Grund ist, dass die Französische Friedrichstadtkirche auf dem Gendarmenmarkt wegen Umbaus für längere Zeit geschlossen ist. Doch das heißt nicht, dass die Nutzung der Turrell-Kapelle nur eine Notlösung ist – es ist ein guter Ort. Auf diesem Friedhof liegen viele Dichter und Denker. Das ist eine anregende Umgebung für Gottesdienste, die ja nicht eng und borniert im eigenen Saft schmoren, im kirchlichen Mief es sich gemütlich machen sollen, sondern im Gespräch mit kritischen, auch religions- und ideologiekritischen Autoren der Vergangenheit und Gegenwart. Und nicht nur Büchermenschen sind da begraben – und zwischen ihnen der gelernte Buchhändler und bibelfeste evangelische Christ Johannes Rau –, auch Wissenschaftler, Baumeister, Theaterleute, auch einige der nach dem 20. Juli 1944 hingerichteten Widerstandskämpfer. Wer auf diesem Friedhof spazieren geht, bekommt viel Stoff zum Denken und Erinnern. Neben der Kapelle ist das schöne Café Ca´Doro. Seine Betreiberin hat sich dazu bereiterklärt, künftig sonntags bereits um 11 Uhr zu öffnen, so dass man dort direkt nach dem Gottesdienst einen Kaffee trinken kann. Da gibt es viele Bücher der hier Beerdigten, alle gespendet. Früher waren ja fast alle Kirchen von Kirchhöfen umgeben, und bei Dorfkirchen, auch in Berlin, ist das noch so. Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden, hat Jesus gesagt: Ihm leben sie alle. Das soll auch unser Gemeindeleben prägen: Tote sollen nicht vergessen sein, sondern in unserer Gemeinde, in unseren Gottesdiensten möglichst Sitz und Stimme haben, und vielleicht wird das spürbarer, wenn wir unsere Gottesdienste dort feiern und nach dem Gottesdienst da noch ein wenig spazieren gehen. Wolf Biermann, der lange gleich hier ums Eck, in der Chausseestraße 131 gewohnt hat, hat ein schönes Lied über diesen Friedhof geschrieben, den er freilich versehentlich den Friedhof der Hugenotten nennt, also mit seinem Nachbarn verwechselt hat. Auch Günter Kunert, vor kurzem verstorben, der ganz in der Nähe geboren wurde, schrieb ein Gedicht: Vom Dorotheenstädtischen Friedhof, hat aber für sich selbst entschieden, nicht dort beerdigt zu werden, sondern auf dem jüdischen Friedhof in Weißensee. Doch unter den kirchlichen Friedhöfen ist der Dorotheenstädtische der jüdischste: Anna Seghers, Lin Jaldati. Helene Weigel, Hanns Eisler, Hans Mayer, Thomas Brasch, Stephan Hermlin, Jürgen Kuczynski, Arnold Zweig, Arnolt Bronnen, Herbert Marcuse u.a. – viele der nichtgläubigen Juden ließen sich dort begraben, nicht in Weißensee. Auch das ist eine gute Umgebung für unsere Gottesdienste; unsere Kirche hat sich in ihrer Grundordnung zur „Anteilnahme am Weg des jüdischen Volkes“ verpflichtet, also nicht nur am Weg der Menschen jüdischen Glaubens.  Der Friedhof ist schon jetzt ein vielbesuchter Ort. Dass da jeden Sonntag um zehn Gottesdienste stattfinden, ist freilich neu: herzliche Einladung!

Unsere Gottesdienste feiern wir in traditioneller Form und Liturgie. Predigt und Liturgie, Texte und Lieder, Musik und Gebete nehmen unsere Glaubens- und Lebenserfahrung auf und bringen sie in verdichteter Form vor Gott. Der wiederkehrende vertraute Ablauf lässt uns Ruhe finden und öffnet Raum für Gottes Gegenwart.

 

Gottesdienste im Johanneshaus

Jeweils am 1. Dienstag im Monat um 10.30 Uhr feiert unsere Gemeinde außerdem einen Gottesdienst mit Abendmahl im Johanneshaus, ein Altersheim in der Wilhelmstraße 122.

 

 

Letzte Änderung am: 04.02.2020