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Die Evangelische Kirchengemeinde in der Friedrichstadt entstand im März 2001 durch den Zusammenschluss von drei Gemeinden: die Gemeinde Friedrichswerder in Berlin Mitte tat sich zusammen mit ihren beiden südlichen, Kreuzberger Nachbarn: der Gemeinde Jerusalem und Neue und der Gemeinde St. Lukas-Dreifaltigkeit. Das Gebiet der so entstandenen Gemeinde umfasst ziemlich genau das der historischen Friedrichstadt - so erklärt sich der Name, der zugleich mit dem Zusatz "in der" anerkennt, dass es sich bei den evangelischen Christen in Mitte wie in Kreuzberg um eine Minderheit handelt.

Die drei Gemeinden ihrerseits waren bereits aus Zusammenschlüssen hervorgegangen: nach dem Krieg hatten sich in Ostberlin die Dorotheenstädtische Gemeinde, der nördliche, politisch östliche Teil der Dreifaltigkeitsgemeinde und die Gemeinde Friedrichswerder unter deren Namen zusammengeschlossen. Sie feierte seit dem Wiederaufbau der Französischen Friedrichstadtkirche 1983 ihre Gottesdienste dort.

Die Dorotheenstädtische oder Neustädtische Kirche wurde, wie die übrige Dorotheenstadt Ende des 17. Jahrhunderts erbaut. Im Zweiten Weltkrieg stark zerstört, aber erst 1986 abgerissen, stand sie an der Ecke Dorotheenstraße/Neustädtische Kirchstraße. Von dieser Gemeinde haben wir vor allem drei schöne Friedhöfe geerbt und das Grabmal des Grafen von der Mark von Schadow (heute in der der Alten Nationalgalerie). Auch die 1739 eingeweiht Dreifaltigkeitskirche wurde im Krieg zerstört. Der runde Barockbau stand neben dem heutigen U-Bahnhof Mohrenstraße, an der Stelle der Nordkoreanischen Botschaft (Teile des Grundrisses sind auf dem Gehweg markiert). Von dieser Kirche haben wir vor allem deren schöne Predigerhäuser an der Ecke Taubenstraße/Glinkastraße geerbt: ursprünglich drei, von den nur noch zwei stehen, ebenfalls Barock, 1738 errichtet. Zu den Gebäuden gehört ein Garten, was heute selten in Mitte ist. Der bekannteste der Prediger war F. D. E. Schleiermacher, und darum werden diese Häuser auch oft Schleiermacherhäuser genannt. Die Friedrichswerdersche Kirche ist schon lange an den Staat bzw. die Stiftung Preußischer Kulturbesitz verpachtet. Wegen Beschädigungen ist die Kirche momentan geschlossen.

Der südliche, also westliche Teil der Dreifaltigkeitsgemeinde schloss sich in den 80er Jahren mit der Lukasgemeinde am Anhalter Bahnhof zusammen. Die St. Lukaskirche, im 19. Jahrhundert von August Stüler entworfen, wurde 1945 zerstört und in den 50er Jahren vereinfacht wieder erbaut. Seit dem 1. April 2009 wird sie von der Berliner Stadtmission für Gottesdienste und Veranstaltungen genutzt.

Schon vor dem Krieg verband sich die Jerusalemkirche mit der Neuen Kirche ("Deutscher Dom") auf dem Gendarmenmarkt. Die Jerusalemkirche stand an der Ecke Jerusalemer Straße/ Lindenstraße, wurde im Krieg zerstört und ihre Ruinen 1961 gesprengt. Als Ersatz entstand 1968 ein Neubau an der Ecke Lindenstraße/ Markgrafenstraße nach den Plänen von Sigrid Kressmann-Zschach. Seit der Fusion 2001 wird dieser Neubau für die Gemeinde nicht mehr gebraucht. Er ist inzwischen ein Veranstaltungsort.